Wurzeln

»Ich wurde 1925 in Morzg bei Salzburg geboren, das damals noch ein selbständiges Dorf mit einem intakten Dorfleben war. So gab es eine Dorfschmiede, in der die Pferde, die von der Brauerei Kaltenhausen kamen, beschlagen wurden. Und eine nur zweiklassige Volksschule, in die ich, wie alle anderen Kinder auch, fast das ganze Jahr über barfuß ging. Die Stadt war nur durch die ›Rote Elektrische‹ erreichbar, die alle Stunden verkehrte.

 

Die Eltern meiner Mutter besaßen eine Baumeisterei mit Sägewerk und angeschlossener kleiner Landwirtschaft: dieser ganze Bauhof mit Sandhaufen, Sägewerk, den dazu gehörigen Rollwagen, Gleisanlagen, Latten, Brettern und Kalkgrube – und dazu die Landschaft mit Ochsen, Hühnern und Schweinen waren für meine kindliche Phantasie mitbestimmend und anregend.«

 

Rudolf Hradil